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Vortrag von Prof. Omar Hamdan - "Die Ambiguität der koranischen Sprache"

5. November 2013

Unter dem Titel „Ambiguität der koranische Sprache“ eröffnete der Koranwissenschaftler Prof. Dr. Hamdan am 5. November unsere Ringvorlesung für das Wintersemester 2013/14.

Am Beispiel der "Surat Al-Fātiḥa“, die einen besonders hochrangigen Stellenwert im Islam und bei den Muslimen genießt, versucht er die universelle bzw. globale Dimension der koranische Botschaft  zum Ausdruck bringen.

Der frühere Korankommentator Ibn Abi Ḥātim (gest. 327/938) stellt in seinem Tafsir- Werk fest, dass ein Konsens unter den Koranexegeten herrscht, dass mit der negativen oder kritischen Bezeichnung im 7. Vers die Juden und Christen gemeint sind.

Prof. Omar Hamdan stellt zuerst die Frage, ob dieser Konsens  für alle Korangelehrten gilt?

Als Antwort auf diese Frage lassen sich ihm zufolge in den islamischen theologischen Quellen einige Gelehrte finden, die eine andere Meinung vertraten.

Prof. Hamdan zeigte in seinem Vortrag, dass es den Gedanken des universellen Aspektes und der globalen Botschaft schon in sehr früher Zeit – wie bei al-Ḥasan al-Baṣrī - gab. Andere Gelehrte, wie al-Wāqidī (gest. 207/823),  at-Tustarī (gest 283/896) und al-Ǧurǧani (gest. 471/1078) vertraten auch diese Meinung. Für die Philologische Analyse von al-Ǧurǧani sprechen, wenn es nach Prof. Hamdan geht, zwei Belegstellen aus dem Koran, die im Zusammenhang mit dem koranischen Begriff (ḥanif) und seiner Deutung stehen. Wenn man die Auslegung von al-Ǧurǧani untersucht, kommt man zu der Feststellung, dass die erste Sure des Korans zwei Diskurse beinhaltet:

- Einen universellen Diskurs (Vers 1 bis 4), der durch die Leseart von al-Ḥasan al-Baṣrī bestätigt werden kann. Der Koran präsentiert sich, gemäß diesem Blickwinkel, bereits durch seine Eröffnung als universelle Botschaft.

- Einen speziellen Diskurs ( Vers 5-6). Hier wird die muslimische Gemeinde speziell angesprochen, bzw. sie spricht zu Gott.

In diesem Zusammenhang – und im Gegensatz zu anderen Korankommentatoren- bezieht sich der letzte Vers keineswegs auf eine bestimmte Gruppe (wie z.B. Juden oder Christen), sondern kann in dieser Form keine genaue Seite gemeint haben.


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